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23. Okt. 2026

Sandra Hüller hält den umstrittenen „Digger“ für ein Zeitdokument

Während „Digger“ an den Kinokassen scheitert und viele Zuschauer wie Kritiker ablehnend reagieren, hält Sandra Hüller den Film weiterhin für gelungen und politisch relevant. Ihre Einschätzung steht damit deutlich im Gegensatz zur bisherigen öffentlichen Resonanz.

Sandra Hüller reagiert überrascht auf die heftige Ablehnung von „Digger“. Die Schauspielerin, die an der Seite von Tom Cruise spielt, sagt, sie habe zwar mit einer starken Reaktion gerechnet – nicht jedoch mit der Härte der Kritik: „Die Leute haben ihn wirklich gehasst.“

Damit steht ihre Einschätzung quer zur bisherigen Bilanz des Films. Die groteske Komödie von Alejandro González Iñárritu polarisierte die Kritiker und blieb auch beim Publikum hinter den Erwartungen zurück. Nach Angaben von Box Office Mojo spielte „Digger“ seit dem Kinostart Anfang Oktober weltweit rund 42 Millionen US-Dollar ein. Die Produktionskosten sollen dagegen zwischen 160 und 180 Millionen Dollar gelegen haben.

Hüller selbst lehnt den Film jedoch nicht ab. Im Gegenteil: „Ich liebe den Streifen“, erklärt sie. Sie ist überzeugt, dass „Digger“ mit zeitlichem Abstand anders bewertet werden könnte: „In einigen Jahren wird man ihn als ein Dokument unserer Zeit betrachten.“ Ihre Verteidigung bezieht sich damit nicht nur auf die künstlerische Umsetzung, sondern auch auf die politische Ebene des Films, die vorab nicht offen benannt werden durfte.

Eine ähnliche politische Dimension sieht Hüller in „Vaterland“, einem Film von Pawel Pawlikowski, in dem sie Erika Mann verkörpert. Dabei sprach sie über die sozialistische Idee und sagte, diese trage eine Trauer in sich, die Menschen aus Ostdeutschland besonders spüren könnten. Während „Digger“ gegenwärtig vor allem als Misserfolg wahrgenommen wird, setzt Hüller somit auf eine spätere Neubewertung – und auf die Möglichkeit, dass sein politischer Gehalt mit größerem Abstand stärker hervortritt.