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Oct 19, 2026
Linke sagen: Festnahmen nach Angriffen auf Journalisten und Diplomaten setzen seltenes Zeichen
Nach mutmaßlichen Angriffen israelischer Siedler auf eine US-Fotografin und europäische Diplomaten hat die Polizei zehn Verdächtige festgenommen. Die Ermittlungen lenken den Blick erneut auf die zunehmende Siedlergewalt im Westjordanland.
Nach mutmaßlichen Angriffen im Westjordanland hat die israelische Polizei zehn Verdächtige festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, am Wochenende eine US-Fotografin sowie europäische Diplomaten angegriffen zu haben. Die Festgenommenen sollen nun vernommen werden; bei Durchsuchungen beschlagnahmten Einsatzkräfte Fahrzeuge und weitere Gegenstände, die mit den Vorfällen in Verbindung stehen sollen. 1
Der Fall der Fotografin Heidi Levine, die für die Washington Post arbeitet, ereignete sich während der Olivenernte. Berichten zufolge attackierten maskierte Siedler zunächst Palästinenser. Levine dokumentierte den Vorfall und trug dabei eine Schutzweste mit dem gut sichtbaren Schriftzug „PRESS“. Nach Darstellung der Zeitung wurde sie zu Boden gestoßen und getreten. 2
Am folgenden Tag sollen Angreifer ein Fahrzeug europäischer Diplomaten attackiert und eine Scheibe eingeschlagen haben. Frankreich, Belgien und Polen sowie die Europäische Union verurteilten die Gewalt gegen ihre Staatsbürger. Die Festnahmen werden von der linksliberalen Berichterstattung als bemerkenswerter Schritt eingeordnet, weil Strafverfolgung gegen israelische Siedler nach solchen Vorfällen selten sei. 1
Gleichzeitig steht der Einsatz im größeren Zusammenhang einer anhaltenden Eskalation im Westjordanland. Seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Gaza-Krieg haben nach palästinensischen Angaben mehr als 1100 Palästinenser bei Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen oder Anschlägen ihr Leben verloren. Die Menschenrechtsorganisation Yesh Din registrierte seit dem 27. September mindestens 170 Angriffe von Siedlern. Kritiker werfen Militär und Polizei vor, dagegen nicht konsequent genug vorzugehen; nur wenige Fälle endeten mit Verurteilungen. 2