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Oct 19, 2026
VW erwägt Nullrunde bis 2030 – Beschäftigte könnten real deutlich weniger verdienen
Interne Unterlagen lassen bei Volkswagen einen mehrjährigen Gehaltsstopp möglich erscheinen. Während die Berichte vor erheblichen realen Einkommensverlusten warnen, verweist der Konzern auf laufende Verhandlungen und Spielraum für regionale Lösungen.
Interne Unterlagen, die von der „Süddeutschen Zeitung“ eingesehen wurden, deuten auf einen möglichen Gehaltsstopp bei Volkswagen bis 2030 hin. Betroffen wäre demnach ein großer Teil der weltweit rund 600.000 Beschäftigten. In den Richtlinien für das internationale Management ist von einem „Pay freeze until 2030“ und dem „Aussetzen von Lohnerhöhungen“ die Rede.1
Die kritischere Einordnung stellt vor allem die Folgen für die Einkommen heraus. Für die rund 130.000 Beschäftigten mit Haustarifvertrag hatte es bereits im Sparpaket 2024 einen vorläufigen Verzicht auf eine vereinbarte Lohnerhöhung von 5,5 Prozent gegeben. Eine mehrjährige Nullrunde könnte das reale Einkommen in Deutschland bei anhaltender Inflation um bis zu zehn Prozent mindern; erwartet werden für dieses und nächstes Jahr Preissteigerungen von etwa drei Prozent.1
Die zweite Perspektive rückt stärker den Konzernumbau und mögliche Unterschiede innerhalb des Volkswagen-Konzerns in den Mittelpunkt. Der geplante Zukunftsplan sieht neben dem Einfrieren von Gehältern auch Kürzungen bei variabler Vergütung, Sonderzahlungen und Zusatzleistungen sowie Stellenabbau vor. Zugleich sei vorgesehen, die jeweiligen Rahmenbedingungen von Marken, Regionen und Betrieben zu berücksichtigen. Eine Nullrunde müsse daher nicht überall in gleicher Form umgesetzt werden, alle Einheiten sollten aber einen „angemessenen“ Beitrag zu den Sparzielen leisten.2
Volkswagen begründete die Berichte nicht im Detail und verwies auf den laufenden Prozess. Die bevorstehende Verhandlungsrunde sei „der Ort, um zuerst intern betriebliche Absprachen jeder Art“ zu besprechen.1 Der Konzern steht unter anderem wegen US-Zöllen, schwächerer Geschäfte von Audi und Porsche sowie rückläufiger Verkäufe in China unter Druck. Damit bleibt offen, ob aus den internen Leitlinien ein konzernweit einheitlicher Gehaltsstopp oder regional unterschiedliche Vereinbarungen entstehen.