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Oct 20, 2026
Deutsche Post will das Briefporto kräftig erhöhen – und verweist auf steigende Kosten
Ein Standardbrief soll Anfang 2027 1,15 Euro kosten. Die Post begründet den Rekordanstieg mit sinkenden Sendungsmengen und höheren Kosten, die Bundesnetzagentur muss noch zustimmen.
Die Deutsche Post plant, das Porto für einen Standardbrief Anfang 2027 um 20 Cent auf 1,15 Euro anzuheben. Die Erhöhung wäre mit 21,05 Prozent die stärkste in der Geschichte des Unternehmens. Auch Postkarten sowie Kompakt-, Groß- und Maxibriefe sollen teurer werden.1
Die Post begründet den Schritt mit einem strukturellen Wandel: Immer weniger Menschen und Unternehmen verschicken Briefe, während Personal-, Energie- und Sachkosten steigen. Nikola Hagleitner, Vorständin für Post und Paket Deutschland, sagte: „Die Briefmengen sinken seit Jahren deutlich, während die Personal-, Energie- und Sachkosten steigen.“1 Zugleich müsse das Unternehmen weiterhin ein flächendeckendes Netz aus Briefkästen und Filialen unterhalten. Wenn weniger Sendungen durch diese Infrastruktur liefen, „steigen die Kosten pro Brief zwangsläufig“, so Hagleitner.1
Die Berichte aus dem konservativen Medienumfeld stellen neben der Begründung der Post vor allem die Größenordnung des Anstiegs heraus: Der Standardbrief würde erstmals mehr als einen Euro kosten und wäre damit mehr als doppelt so teuer wie vor 14 Jahren.3 Die bisherige 95-Cent-Marke soll zunächst weiter nutzbar bleiben; für das neue Porto wäre dann eine zusätzliche 20-Cent-Marke erforderlich.3
Einig sind sich die Darstellungen darin, dass die Entscheidung noch nicht endgültig ist. Die Bundesnetzagentur hat zwar einen Preiserhöhungsspielraum signalisiert, muss dem konkreten Vorhaben aber noch zustimmen. Insgesamt dürfte die Post ihre Einnahmen aus dem Briefversand 2027 und 2028 um bis zu 20,35 Prozent steigern. Der europäische Durchschnitt für einen Standardbrief liegt nach Angaben des Unternehmens bei 1,52 Euro.2