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Nov 3, 2026

Schaeffler spart Milliarden? Arbeitnehmervertreter sehen Deutschlands Industriestandort ohne Zukunftsplan

Schaeffler will in Europa 3460 Stellen abbauen und vier deutsche Werke schließen. Der Konzern verweist auf die Autokrise und Einsparziele, während IG Metall und Betriebsrat ein belastbares Konzept für Produkte und Investitionen vermissen.

Schaeffler verschärft seinen Sparkurs: In Europa sollen 3460 Stellen wegfallen, davon 2660 in Deutschland. Geplant ist außerdem die Schließung der Werke in Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach; weitere Standorte sollen ihre Kapazitäten und Strukturen anpassen.

Der Konzern begründet die Maßnahmen mit der schwachen Nachfrage in der europäischen Autoindustrie, hohen Personalkosten und einer zu komplexen Organisation. Ab 2030 sollen die Einschnitte jährlich rund 300 Millionen Euro einsparen. Dafür veranschlagt Schaeffler zunächst Einmalkosten von etwa 480 Millionen Euro. Die verbleibende Belegschaft soll sich zudem freiwillig an den Einsparungen durch Gehaltsverzicht beteiligen.

Arbeitnehmervertreter bewerten den Kurs grundlegend anders. IG-Metall-Vertreter Thomas Höhn kritisiert, bei Schaeffler folge „ein Abbauprogramm auf das nächste, noch bevor die Folgen des vorherigen bewältigt sind“. Das sei „kein Zukunftskonzept für den Industriestandort Deutschland“. Konzernbetriebsratschef Uli Schoepplein verlangt konkrete Antworten darauf, welche Produkte künftig in Deutschland gefertigt und wo investiert werden soll. Erst danach könne über weitere Einsparungen gesprochen werden.

Beide Seiten verweisen damit auf dieselbe industrielle Krise, ziehen daraus aber unterschiedliche Konsequenzen: Schaeffler setzt auf Kostenreduzierung und eine Anpassung an den Nachfragewandel, die Arbeitnehmerseite auf Investitionen und eine strategische Neuausrichtung. Politische Reaktionen ordnen die Nachricht in einen größeren Abwärtstrend ein. Alice Weidel schrieb, der „Absturz der Autoindustrie“ gehe „ungebremst weiter“. Beatrix von Storch erklärte, die deutsche Industrie habe seit 2019 „fast 500.000 Arbeitsplätze verloren“. Diese politischen Bewertungen gehen über die konkrete Schaeffler-Entscheidung hinaus, verdeutlichen aber die unterschiedliche Deutung der Ursachen und Verantwortlichkeiten.

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