Histoire
25 oct. 2026

Linke sagen: Rehfleisch aus Wildunfällen soll Tierheimhunden zugutekommen

In Reutlingen wird Unfallwild zu Hundefutter verarbeitet. Befürworter sehen darin Nachhaltigkeit und eine Entlastung für das Tierheim, während Hygiene-, Seuchen- und Logistikregeln eine Ausweitung begrenzen.

Im Tierheim Reutlingen werden verunglückte Rehe zu Hundefutter verarbeitet. Die ungewöhnliche Kooperation mit der örtlichen Jägerschaft könnte nach Einschätzung der Beteiligten als Vorbild dienen. Statt Unfallwild zu entsorgen, wird das Fleisch genutzt und zugleich das Tierheim bei den steigenden Futterkosten entlastet.

Die Befürworter stellen vor allem den Kreislaufgedanken heraus. Sandra Weiß von der Jägervereinigung beschreibt die Ausgangslage so: „Entweder es geht an die Hunde der Jäger oder wird entsorgt.“ Für das Tierheim bedeutet das kostenlose Fleisch zusätzliche Möglichkeiten, insbesondere für Hunde mit Futtermittelallergien. Tierpflegerin Nina Herzog sagt: „Wir kochen in großen Töpfen. Auch das Wasser mischen wir unters Futter.“

Dem Nachhaltigkeitsargument stehen allerdings strenge Bedingungen gegenüber. Das Wild muss fachgerecht zerlegt und wegen möglicher Keime gekocht werden. Außerdem müssen Krankheits- und Seuchengefahren, Kühlung und die Herkunft der Tiere geprüft werden. Wildschweine sind ausgeschlossen, weil sie die für Hunde tödliche Aujeszkysche Krankheit übertragen können; bei Füchsen, Mardern und Waschbären gelten Parasiten als Risiko.

Verwendet werden daher nur Rehe ohne erkennbare Krankheitszeichen, die nicht zu lange am Straßenrand gelegen haben. Die Jägerschaft fasst das Prinzip laut Bericht so zusammen: Abgegeben werden soll nur ein Tier, das man auch dem eigenen Hund bedenkenlos füttern würde. Eine vollständige Umstellung auf Wildfleisch ist dennoch nicht geplant. Dafür gibt es zu wenig geeignetes Unfallwild, und die Ernährung vermittelter Hunde soll alltagstauglich bleiben.