Histoire
4 nov. 2026
Linke sagen: Absage von Palmers Comedy-Auftritt verschärft den Streit um Vorwürfe
Nach Vorwürfen eines möglichen sexuellen Übergriffs und einer Anzeige prüft die Staatsanwaltschaft den Fall gegen Boris Palmer. Der Tübinger Veranstaltungsort sagte einen geplanten Comedy-Auftritt des Oberbürgermeisters ab, während Palmer die Vorwürfe zurückweist.
Gegen Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer wird nach Vorwürfen eines möglichen sexuellen Übergriffs ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Tübingen bestätigte auf Anfrage, dass eine Anzeige wegen des Verdachts eines Sexualdelikts eingegangen sei. Die Anzeige stammt demnach nicht von der Frau, die Palmer beschuldigt, sondern von einer unbeteiligten Person; die Behörde prüft den Vorgang von Amts wegen. 1
Ausgangspunkt sind Schilderungen der früheren Tübinger Stadträtin Samantha Hilsdorf. Sie wirft Palmer unter anderem vor, ihre Brüste gegen ihren Willen berührt zu haben. Palmer bestreitet die Anschuldigungen entschieden. In einer Stellungnahme erklärte er: „Die Vorwürfe sind haltlos. Ich werde mich dagegen zur Wehr setzen und lasse rechtliche Schritte prüfen.“ 1
Die politischen und öffentlichen Reaktionen fallen dennoch unmittelbar aus. Auf Bitte von Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir setzt Palmer sein ehrenamtliches Amt als Berater der Landesregierung für Verwaltungsmodernisierung und -vereinfachung bis zur Klärung der Angelegenheit aus. Zugleich wurde eine für Ende November geplante Comedy-Veranstaltung mit ihm im Tübinger Sudhaus abgesagt. 2
Der Veranstaltungsort begründete die Entscheidung mit der aktuellen Lage: „Angesichts der aktuellen Ereignisse können wir die Veranstaltung nicht stattfinden lassen.“ 1 Damit unterscheiden sich die Perspektiven deutlich: Die Vorwürfe und die Reaktionen darauf prägen die öffentliche Debatte, während Palmer auf eine juristische Klärung setzt und seine Schuld bestreitet. Eine abschließende Bewertung des Falls liegt bislang nicht vor.