История
28 окт. 2026 г.
Charles erkennt das Leid der Sklaverei an – doch eine Entschuldigung bleibt aus
Auf den Bahamas benennt König Charles III. das Leid und die Ungerechtigkeiten der Sklaverei. Während karibische Staaten weiter Wiedergutmachung verlangen, setzt der Monarch auf Anerkennung statt einer formellen Entschuldigung.
König Charles III. hat bei seinem Besuch auf den Bahamas das historische Erbe der britischen Sklaverei angesprochen. Bei einer Veranstaltung mit Jugendlichen in Nassau sagte er, vieles, was heute die bahamaische Kultur ausmache, sei „aus der Dunkelheit hervorgegangen“. Es sei „recht und billig“, das „große Leid und die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit“ anzuerkennen.1
Eine formelle Entschuldigung sprach der Monarch jedoch nicht aus. Genau darin liegt der zentrale Unterschied zwischen der symbolischen Anerkennung und den weitergehenden Erwartungen karibischer Staaten. Seit Jahren fordern sie eine Aufarbeitung der britischen Rolle im transatlantischen Sklavenhandel sowie Wiedergutmachung. Bei dem Besuch protestierte eine kleine Gruppe mit Plakaten: „Zahlt uns, was ihr uns schuldet“.1
Der Bericht von WELT stellt stärker heraus, dass sich Charles damit den Vorwürfen stellt, während der andere Bericht die historische Dimension und die Forderung nach Entschädigung ausführlicher einordnet. In beiden Darstellungen bleibt aber festgehalten, dass Großbritannien insbesondere im 18. Jahrhundert zu den führenden Sklavenhandelsmächten gehörte. Schätzungen zufolge transportierten englische Schiffe rund drei Millionen Afrikaner in die Karibik sowie nach Nord- und Südamerika.2
Das koloniale Erbe soll bei der letzten Station der Reise in Antigua und Barbuda unter den Regierungschefs der Commonwealth-Staaten thematisiert werden. Charles besucht neben den Bahamas auch Guyana und Antigua und Barbuda. Der Empfang auf den Bahamas fiel zugleich feierlich aus: Premierminister Philip Davis erklärte, es erfülle ihn „mit großem Stolz“, den König erneut begrüßen zu dürfen.1 Die Reise verbindet damit historische Verantwortung, politische Forderungen und die fortbestehenden Beziehungen zwischen Großbritannien und seinen früheren Kolonien.