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Oct 27, 2026
Endlagersuche schrumpft auf fünf Prozent – entschieden ist damit noch nichts
Fünf Bundesländer scheiden aus der Endlagersuche aus, doch die verbleibenden Gebiete sind nur vorläufig ausgewählt. Bis zur politischen Entscheidung und einer möglichen Festlegung vergehen voraussichtlich noch viele Jahre.
Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll konzentriert sich inzwischen auf weniger als fünf Prozent der deutschen Landesfläche. Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland sind nicht mehr Teil des laufenden Auswahlverfahrens. Die verbleibenden Gebiete liegen den Angaben zufolge in Süd- und Ostdeutschland sowie im Norden und Nordwesten. 1
Die Verkleinerung ist jedoch kein Vorentscheid für einen konkreten Standort. Bewertet werden zunächst vor allem geologische Voraussetzungen: Untersucht werden unter anderem Salz, Ton und Granit. Regionen mit instabilem Untergrund, problematischen Wasserwegen, Bergbau oder erhöhter Erdbebengefahr scheiden aus. Erst später sollen auch weitere Kriterien wie die Nähe zu Ballungsräumen einbezogen werden. 2
Darin liegt der zentrale Unterschied zwischen dem aktuellen Arbeitsstand und der politischen Entscheidung: Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) grenzt die Suchräume fachlich ein, verbindlich ist das Ergebnis aber noch nicht. Bis Ende 2027 soll sie Standortregionen für die oberirdische Erkundung vorschlagen. Danach prüfen Wissenschaftler und das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) die Vorschläge; letztlich entscheidet der Gesetzgeber über die nächste Phase. 1
Rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiver Abfall lagern derzeit in 16 oberirdischen Zwischenlagern. Das Endlager soll spätestens 2050 gefunden werden und über eine Million Jahre Sicherheit gewährleisten. Die aktuelle Eingrenzung markiert damit einen technischen Fortschritt, lässt aber die entscheidende Standortfrage offen. Frühestens in den kommenden Jahrzehnten wird feststehen, wo der Abfall dauerhaft eingelagert werden kann. 2